Freitag, 28. Juli 2017

Die Hoffnung feiert Geburtstag



Genau zwei Jahre ist es jetzt her, dass Hope mit ihren Geschwistern auf die Welt kam. Wir hatten gerade eine sehr turbulente Zeit hinter uns - und so fand sich auch schnell ihr Name: Anthem of Hope. Nomen sollte Omen sein: sie hat uns diese Hoffnung erfüllt, denn in den vergangenen zwei Jahren hat sie uns nur reine Freude beschert.  




Als Welpe war Hope die zurückhaltendste der drei Rabauken. Obwohl das Trio absolut pflegeleicht, freundlich und kerngesund war, erschien mir Hope schon damals mehr als "Mamas Tochter" und das ist sie bis heute geblieben. Zwar besitzt Hope absolut ihr eigenes hübsches Köpfchen und hat auch einige Rudelaufgaben übernommen, doch wird sie noch immer von ihrer Mama Nelly verwöhnt und gepflegt. Und natürlich gibt es auch immer noch eine Fluse zu richten oder ein Öhrchen zu säubern: eine Mutter findet schon etwas zu regeln.






Dabei ist Hope inzwischen eine ausgewachsene Lady. Wo immer wir zusammen unterwegs sind, bleibt sie aufmerksam und wachsam, immer freundlich, aber selten um intensiven Kontakt zu fremden Hunden und Menschen bemüht. Gelassene Zurückhaltung, gepaart mit entspannter Freundlichkeit: so würde ich Hopes Zugehen auf die Welt beschreiben. Dabei lässt sich aber auch "Tante Indys" Erziehungseinfluss nicht leugnen: wenn es auf dem Grundstück etwas zu bewachen gibt, sind es Indy und Hope, die die "Arbeit" machen, während sich die anderen Fellnasen nur im äußersten Notfall von den Kissen bequemen.





Von all meinen Hunden ist Hope die einzige, die mich mit Freude am Rad begleitet. Für alle anderen endet -ganz windhundgerecht- die Radtour normalerweise am Dorfausgang. Hope hat uns schon auf einer Radtour um den Uckersee begleitet und ist auch diejenige, mit der ich zum Lützlower See baden fahren kann. Dafür ist Hope auch die lebhafteste im Rudel sobald es in den Wald geht und muss viel häufiger angeleint werden als Nelly, die sich verlässlich in einem 20 m - Radius um mich herum bewegt.







Schon als Welpe zeigte Hope eine gewisse Kultiviertheit beim (Fr)Essen: das angebotene Futter wird auch heute wie damals zuerst beschnüffelt und beäugt, erst danach gekostet. Mundet es der Fluse, wird das Mahl manierlich und ohne Hast genussvoll verspeist. Von ihrer schlingenden und futterneidischen Mama Nelly kann sie sich dieses Verhalten nicht abgeschaut haben, denn selbst bei der gemeinsamen Rudelfütterung bleibt Hope zurückhaltend. Ich habe schon des öfteren erlebt, wie sie von Fremden freundlich angebotene Leckerli höflich angenommen hat, um sie dann unauffällig in ihr Körbchen zu legen, oder einfach "zu vergessen".  So hatte Hope auch noch nie Probleme, ihre sehr schlanke Figur zu halten.







Den ersten Geburtstag durften wir zusammen mit Hopes Bruder Artus feiern, kurz vor dem zweiten Geburtstag bestand Hope jetzt die Zuchtzulassungsprüfung beim DLWC. Wir wünschen uns noch ganz viele gemeinsame Geburtstage mit Dir, liebe Hope! Wo Liebe ist, da ist auch Hoffnung. 



Montag, 24. Juli 2017

Warnitz und Umgebung


Seit ein paar Tagen haben nun auch die Brandenburger und Berliner Kinder Ferien - nicht wenige Familien denken nun auch über einen Urlaub auf dem Lande, in der schönen Uckermark nach. Das Randowtal selbst befindet sich nicht in einer klassischen Urlaubsgegend: zu landwirtschaftlich ist es hier und auch die Autobahn recht präsent. Macht also jemand Ferien in der Uckermark, dann meint er meist die Gegend um Templin, Boitzenburg oder Feldberg, aber auch ganz in unserer Nähe gibt es wirklich schöne Ausflugsziele. Zum Beispiel Warnitz und Umgebung.





Besteht die Schönheit des Randowtals für mich in erster Linie in seinem Weitblick und der Artenvielfalt seiner Fauna, die sich mit etwas Ruhe bewundern lassen, so fasziniert mich an der nur wenige Kilometer entfernten Warnitzer Gegend die Schönheit der Wälder und die unzähligen Bade- und Anglergewässer. Es finden sich einige sehr alte Bäume auf den gut ausgeschilderten Wanderwegen und in den Teichen lässt es sich wirklich gut schwimmen. 






Wer mit den Kindern unterwegs ist, der findet am Warnitzer See direkt eine Nichtschwimmer freundliche Badestelle samt Spielplatz mit Klettergerüst und einem Imbiss für ungeduldige Körper im Wachstum. Ein Radweg führt direkt zu einem weitläufigen, schattigen Campingplatz und für diejenigen, die es etwas komfortabler mögen, gibt es das wirklich gut ausgestattete Panorama Hotel am Oberuckersee. Wenn man sich schon für eine Übernachtung entschieden hat, dann lohnt es sich gleich am nächsten Tag weiter zum Gut Suckow zu radeln. Auch hier wird für die Gäste ein Spa-Angebot und ein historisches  Ambiente mit Seeblick bereitgehalten. Hunde sind an allen Orten willkommen, doch aufgrund der wirklich wildreichen Gegend empfiehlt es sich, sie an der Leine zu führen. 




Ich selbst genieße zu allen Jahreszeiten die Rundwege in der Warnitzer Region. Besonders zu empfehlen möchte ich den Seenrundweg zwischen Blankenburg und Warnitz, der mir schon einige schöne Stunden geschenkt hat.

Dienstag, 4. April 2017

Aus der Fastenzeit




Während der Frühling in der uckermärkischen Landschaft bereits im vollen Gange ist, müssen die Schulkinder noch ein paar Tage auf die Osterferien warten. Wir befinden uns mitten in der Fastenzeit. Ganz besonders in meiner Jugend habe ich das Fasten sehr stark auf die körperliche Ebene bezogen. Und auch heute empfinde ich den Prozess des bewussten, reduzierten Essens oder auch die gänzliche Umstellung des Stoffwechsels in den Fastenmodus als sehr hilfreich, um mehr Ruhe, Vertrauen und ein Besinnen auf die inneren Prozesse und Vorgänge zu erfahren. 





Inzwischen finde ich den Begriff des Fastens jedoch als meist zu eng gefasst. Die Fastenzeit (immerhin 40 Tage) kann für weit mehr genutzt werden: für eine Bewusstwerdung all der Dinge, die uns im Alltag unfrei machen. Das sind ganz sicher nicht nur der Konsum von lieb gewonnenen Nahrungs- und Genussmitteln, sondern auch andere Angewohnheiten und Konsumgütern des Alltags. Passend zu diesem Gedanken hat das Leben mich seit über einer Woche von zwei Dingen befreit: einem DSL-Zugang einem Auto. 





Tief in der weiten Uckermark gelegen, wie unser Zuhause im Randowtal nun einmal ist, sind diese beiden Verzichtsübungen durchaus ein echter Anlass, über ein paar Veränderungen in der Lebensführung nachzudenken. Dass das Internet seit 20 Jahren eine große Rolle in meinem Leben spielt, war mir natürlich auch schon vorher bewusst, der Unterschied zwischen dieser Einsicht und der Erfahrung, wie sich ein reduziertes "Online-Leben" anfühlt, ist jedoch riesig.




Abhängigkeiten entstehen meist schleichend und nehmen irgendwann sehr viel Raum in unserem Leben ein. Das hat Auswirkungen auf unser inneres Erleben und auf unsere Wahrnehmung und Wirken im Außen. Letztendlich sind sowohl die Familie als auch über unsere Familienmitglieder - Menschen betroffen, zu denen wir gar keinen so engen Kontakt pflegen. Dass meine Kinder beispielsweise sehr viel mehr Zeit im Auto verbringen, als es ihnen als Stadtkindern möglich wäre, wurde uns recht schnell klar, nachdem wir "aufs Land" gezogen sind. Eine Anpassung unserer kulturellen Gewohnheiten und unseres Konsumverhaltens an diese Erkenntnis hat allerdings Jahre gebraucht. Das waren auch die Jahre, die meine Kinder mitgeprägt haben. Jetzt hat mich die fehlende Motorisierung der letzten Tage zwar etwas eingeschränkt, aber nicht wirklich behindert oder in mir einen Gefühl des Mangels entstehen lassen. Das hat mich wirklich gefreut, denn ich weiß, dass ich vor wenigen Jahren noch ganz anders empfunden hätte





Nun sollte uns Fasten von unseren Zwängen frei machen und ist natürlich kein Wettkampf. Weder, was die Buße oder die Nächstenliebe, noch was die "Entgiftung" oder den "Verzicht" betrifft. Natürlich erfüllt es einen mit Stolz auf die eigene Anstrengung des Geistes und des Körpers, sobald man ein paar Tage auf feste Nahrung oder Alkohol oder das Internet verzichtet hat. Sich an dieser Leistung jedoch festzuhalten, bringt nur einen kleinen Teil des eigentlichen Gewinns. Der besteht nach meiner Erfahrung in der Bewusstwerdung dessen, was "ein Zuviel" an Nahrung, Ablenkung, Bequemlichkeit für uns eigentlich leisten soll. Vor was soll uns dieses Genussmittel bewahren, beschützen oder gar trösten? Wovor weichen wir aus? Welcher Schmerz möchte noch nicht gefühlt werden? Welche Herausforderung erscheint uns noch zu groß? Wenn wir uns an diese Fragen wagen, dann kann die Fastenzeit auch ein Weg zur Befreiung und inneren Erlösung werden.  
Fasten kann uns wieder mit dem in Kontakt bringen, das in uns lebendig ist, das nach Freiheit strebt und vielleicht noch von kleinen Gewohnheiten oder Trägheit verdeckt wird. Was für ein Versprechen!

Mittwoch, 25. Januar 2017

Vom Wunsch, Recht zu haben...



Ich vermute, jeder kennt dieses wunderbare Gefühl, "im Recht zu sein": man stellt eine Vermutung, eine Behauptung oder gar eine Hypothese auf, dann folgt der Test über die Realität oder das Experiment und "Tadaaaa!" es stimmt! Es gibt den vermuteten Zusammenhang, der Rückruf klappt, die Schulterhöhe des Welpen übersteigt nicht das Regelmaß, die Sonne scheint, ganz wie wir es vorhergesagt haben.





Dieses wunderbare Gefühl betrifft jedoch meistens unsere Vermutungen über die Zukunft, die gewissermaßen im Unsicheren liegt. Wenn wir über die Vergangenheit oder gar über allgemeine Wahrheiten reden wollen, dann werden wir schlagartig viel ernster. Plötzlich ist es uns ganz wichtig, dass unsere Erfahrung, unsere Wahrnehmung stimmt - sind wir bereit für die "Wahrheit" zu kämpfen. Warum eigentlich?

Betrachten wir die geschriebene Menschheitsgeschichte, dann ist dies die Version der Mächtigen und Gebildeten, ob das jetzt eine solch schlechte Wahl für die Geschichtsschreibung war, sei dahingestellt, aber die Einseitigkeit dürfte jedem auffallen. Umso schöner ist es auch, verschiedene Sichtweisen ein und derselben Handlung kennenzulernen und moderne Romanautoren kommen diesem Wunsch auch oft nach. Hören kann mensch jedoch in erster Linie nur mit einem wirklich offenen Ohr und Gehirn: wenn wir demnach nicht den Ausgang selbst bestimmen wollen.




Warum fällt es uns so schwer, andere Erfahrungen und Erlebnisse, andere Sichtweisen so stehen zu lassen, ohne mit einem Rotstift in der Hand, an ihnen herumzufeilen, bis wir uns um des lieben Friedens willen auf eine Version einigen können? (Meistens ist dies übrigens eine Version, die weder literarisch noch emotional befriedigt.) Warum können wir sogenannte Fehler und Missverständnisse so schlecht aushalten? 

Zum einen ist da unsere Liebe zur "absoluten Wahrheit", aber noch viel mehr steht uns unser eigenes Gehirn im Wege. Wir machen uns ein Bild von uns selbst und unserer kleinen Welt, wird dieses Bild angegriffen, dann fühlen wir uns selbst bedroht. Wie eigenartig! Dabei ist es überhaupt nicht sinnvoll, dass jeder die Welt auf dieselbe Art sehen sollte, wie wir selbst. So ein Gehirn ist schon eine recht fragile Angelegenheit und da kann es einige unsinnige Projektionen geben.






Während die meisten Gemüter auf der Ebene der Wahrnehmung noch recht cool bleiben: "Ah, für Dich ist das Boot also orange? Ich sehe es eher rot..." werden wir schnell hitzig, sobald wir die Beobachtungsebene verlassen und uns an Bewertungen machen. "Ach, dieser Hund ist aber viel zu dünn angezogen, wunder Dich mal nicht, wenn der sich demnächst eine Lungenetzündung einfängt!" Das Problem dabei ist, dass Bewertungen anders als Wahrnehmungen binär sind, also von uns entweder als GUT oder SCHLECHT einsortiert werden müssen. Da hilft auch kein: "Also es geht mich ja nichts an.." oder "Es bleibt natürlich ganz Deinem Ermessen überlassen..." - solange wir die Bewertung nicht wirklich ganz beim Bewertenden  lassen und sein Weltbild ihm so lassen können, wie er es haben möchte, fühlen wir, wie unserem eigenen Weltbild der Boden entzogen wird.




Nun gibt es natürlich immer wieder Menschen, die diese harten Landungen und Paradigmenwechsel durchaus genießen, aber die meisten von uns kommen an einen Punkt, an dem sie sich entscheiden müssen: "Mein altes liebgewordenes Weltbild oder doch das neue, etwas bedrohliche?" Bei einem unerwarteten Kompliment fällt es uns noch leichter, zwischen einer Schmeichelei und realistischer Wahrnehmung zu unterscheiden, bei Kritik tun sich die meisten von uns schon schwerer. Nun bleibt uns natürlich immer der Rettungsanker, uns zu sagen: "Ich halte an meiner Wahrnehmung und meiner Bewertung fest! Wenn für mich der Hund im Maß ist, dann ist es mir egal, wie die anderen zu ihrer Messung der Schulterhöhe kommen, wenn sie von der von mir gemessenen abweicht." Das kann man immer tun, und solange frau den anderen das Recht auf ihre eigene Messung und Wahrnehmung lässt, gibt es auch keinen Konflikt - im Außen.




Ob diese Haltung allerdings auch im Inneren glücklich macht, hängt ganz davon ab, wie gut man mit seinen eigenen Gefühlen umgehen kann. Oft kann eine andere Wahrnehmung und Bewertung als die der "anderen" die eigene unmittelbare sozial-wirtschaftliche Lage beeinflussen - gelebte Konflikte sorgen meist für eine Veränderung im Leben der Beteiligten. Schon aus diesem Grunde haben wir gelernt, entweder Konflikten aus dem Weg zu gehen, oder aber eine Entscheidung mit Gewalt herbeizuführen, denn auch eine demokratische Mehrheitsentscheidung ist letztendlich Gewalt, wobei sich eine oder mehrere Parteien der größeren unterordnen.  Mitgefühl und Akzeptanz sind demnach Grundvoraussetzungen für die Funktionsfähigkeit eines solchen Systems, genauso wie ein hohes Maß an Aufrichtigkeit und Vertrauen zu sich selbst und auch in die relative Gewaltlosigkeit und Annahme der Umwelt. Der durch die Meinungsverschiedenheit aufgeworfene Abgrund kann nur auf der Gefühlsebene wirklich überwunden werden! Erst auf der seelischen Ebene spüren wir wieder unsere gemeinsame Basis, wenn uns unser Gehirn so weit voneinander getrennt hat. Um "Recht zu haben", bezahlen wir oft einen sehr hohen Preis, deswegen ist die Frage von M.B. Rosenberg: "Willst du Recht haben oder glücklich sein?  Beides geht nicht.“  eine sehr gute!