Samstag, 31. Januar 2015

Ein weißes Randowtal

Die Kinder haben Glück. Es schneit und der Schnee hat auch eine sehr brauchbare Konsistenz.
Während unsere Jungs noch im Halbdunkeln nach draußen stürmten, um unseren Garten mit einem handgefertigten Iglu aufzubessern, nutzte ich den Vormittag, um ein paar Fotos vom verschneiten Randowtal zu machen. 

Ist dieses Windspiel bereit für die eiskalte Welt hinter dem Fenster?
Dieser Blick wirkt noch etwas skeptisch.

Nach unserem gestrigen Erfolgserlebnis durfte auch Karly mit, obwohl ich schon etwas Sorge hatte, ihn vielleicht doch die Hälfte des Weges mitsamt erfrorenen Windspielpfoten auf dem Arm tragen zu müssen.
Aber diese Sorge war völlig unberechtigt. Zwar knietief im Schnee versinkend, rannte, sprang und tobte Karlchen vergnügt durch die weiße Landschaft - von windhündischer Zurückhaltung keine Spur. Dabei verließ er sogar manchmal die zugeschneiten Plattenwege.





Wie bereits erwähnt, ist das Randowtal selbst sehr feucht und von einer großen, weitestgehend parallel verlaufenden Anzahl an kleinen Kanälen durchzogen. Trotz der niedrigen Temperaturen waren auch heute nicht alle Kanäle zugefroren und auch auf den verschneiten Wiesen lag das Eis so zart über den Pfützen, das eigentlich nur ein Windspiel von der Eisdecke getragen wird. In einigem Abstand voneinander befinden sich an den Kanälen kleine metallische Schleusen, die wie ein ausgeklügeltes mechanisches Bewässerungssystem wirkend, ganz ohne Elektroenergie auskommen. Ich frage mich schon seit Jahren, ob sie wohl noch funktionieren und ich glaube, meine Kinder würden sie auch gern einmal ausprobieren.


Funktionsfähig, oder nicht? 

Die Sonne hielt sich auch heute eher bedeckt.

Rehe im Randowtal



Wie die meisten uckermärkischen Gemeinden heutzutage besitzt auch das Randowtal ein recht großes Windfeld. Windkraftanlagen haben hier inzwischen recht wenige Befürworter - ich jedoch gehöre zu ihnen. Auch ich genieße natürlich die unberührte Weite der Uckermark und auch ich trauere um die Vögel, die diesen Anlagen zum Opfer fallen. Doch neben der Solarenergie sehe ich momentan wenige Alternativen, die unsere Erde nicht wesentlich nachhaltiger und großflächiger zerstören würden. Auf Strom ganz zu verzichten, kommt für die meisten von uns nicht in Frage und doch hinterlassen wir unseren Kindern eine durch Rohstoffabbau und Ressourcenkriege zerstörte Welt, uns nur fragend, wie lange wohl diese endlichen Vorkommen noch reichen. Windräder lassen sich im Falle eines Falles wieder abbauen - mit den Rückständen einer Atomkraftanlage stehen wir vor größeren Problemen.




Das Windfeld an der Randowhöhe.
Windräder sind von Nahem sehr hoch und beeindruckend.

Der recht kleine Randowtaler Forst.

Der gebürtige Uckermärker scheint sowieso eine andere Art von erneuerbarer Energie für seinen heimischen Ofen zu bevorzugen: Holz. Ich habe den Verdacht, dass die von mir gepriesene uckermärkische weite Sicht und die kunstvoll arrangierten Holzbestände in den uckermärkischen Höfen miteinander in direkter Verbindung stehen. Wenn ein Uckermärker einen Baum sieht, dann scheint er auch gleich zu sehen, wo dieser denn beschnitten werden müsste oder wo er denn eigentlich den Blick versperrt.
Ich würde so gern einmal all die wunderbaren Brennholzhäuser und -türme fotografieren, die mir tagtäglich ins Auge fallen - doch dazu muss ich erst einmal meine natürliche Schüchternheit ablegen lernen.




Auch meiner Lieblingskastanie steht das Weiß ausgesprochen gut.

Ton in Ton: Das Randowtal im Winter.

Nun, bei der Betrachtung der Bilder dürfte vor allem eins deutlich werden: ein verschneites Randowtal ist in erster Linie weiß - und kalt. Wer also die Abwechslung sucht oder gar Unterhaltung, dem ist ein solcher Winterspaziergang nicht zu empfehlen. Wir jedoch hatten viel Spass und haben nur ein wenig gefroren!



Freitag, 30. Januar 2015

Schneefall bei Trampe

Pünktlich zum letzten Schultag vor den Winterferien überraschte meine Kinder heute Morgen ein weißes Randowtal. Die Freude war riesengroß und die Pläne für die Ferien sorgten für regen Gesprächsstoff auf dem Weg zur Schule.

Seit die Grundschule in Schmölln vor zwei Jahren wegen mangelnder Geldmittel zur Instandhaltung geschlossen wurde, ist eigentlich Gramzow der nächste Schulort für Grundschüler. Durch die Schließung der umliegenden Grundschulen sind die Klassen in Gramzow jedoch wiederum sehr groß und der Schulweg länger.
Für unsere Kinder entschieden wir uns deshalb für die Alternative der durch den Verein Zuckermark betriebenen KiTa und freien Grundschule in Wallmow. Nach der Grundschulzeit allerdings fehlen uns momentan Perspektiven, die die tägliche Fahrzeit der Kinder unter einer Stunde halten würde. 

Unser Schulweg zwischen Eickstedt und Wallmow

Das neue KiTa-Gebäude in Wallmow. Seit der BASEG 2014 ist auch das Gelände verschönert.


Nun hat die Erfahrung der länger in der Uckermark lebenden Zuwanderer schon so manches Mal gezeigt, dass oft gerade da, wo Althergebrachtes verschwindet, Raum für Neues entsteht, Innovationen überhaupt erst möglich werden. Ich würde mir wünschen, dass mit einer Schule, die die Randowtaler Kinder auch bis zur 10. Klasse betreut, gleichzeitig moderne, kinderfreundliche und zur Selbständigkeit und echtem Selbstvertrauen befähigende Lernumgebungen geschaffen werden. Ein Ansatz, den ich auf jeden Fall weiterverfolgen werde, wird in der Uckermark durch eine Initiative Ulf Heimbachs vertreten. Ich werde auch in diesem Blog weiter davon berichten.


Der Weg zwischen Trampe und Hammelstall

Nachdem ich also meine Kinder in Wallmow abgesetzt hatte, fuhr ich 3 km weiter - in das Dorf Trampe.
Von Trampe aus führt ein kleiner malerischer Weg nach Hammelstall, ein wunderbar ruhig gelegenes Dorf - und Stille ist gerade für die oft vom Autobahnlärm geplagten Randowtaler eine Wohltat! Dieser Weg  zwischen Trampe und Hammelstall erschien mir eine geeignete Wahl für unseren heutigen Morgenspaziergang.





Ich wurde nicht enttäuscht. Zwar war es noch etwas zu früh am Morgen, um Fotos mit besserer Qualität zu schießen, aber das märchenhafte Weiß entschädigte für die vergangenen regnerischen Wochen.






Ganz im Gegensatz zum gestrigen Matschwetter, sorgte der Schneefall auch bei Windspiel Karly für ausgesprochen gute Laune und so liefen wir von seinen kleinen Clownereien aufgemuntert bis zum Wäldchen bei Hammelstall. Dieses Gelände wird auch von den KiTa- und Schulkindern in Wallmow gern für ihre Waldtage genutzt und ist uns somit bestens vertraut.
Wanderer mit etwas mehr Zeit erwartet eine Vielzahl an ausgeschilderten Wegen und kleine Rastplätze - wir allerdings beendeten unseren heutigen Spaziergang und schlenderten zurück zum Auto.


Der Forst bei Hammelstall bietet viele kleine Wege. Durch die Schneedecke waren sie heute Morgen etwas versteckt.

Maya als Huskymix ist im Schnee in ihrem Element

Windspiel Karly mag Schnee

Es wäre den Kindern zu wünschen, dass das Schneewetter noch etwas länger anhält, allerdings liegen die Temperaturen momentan so um den Gefrierpunkt und somit ist es unsicher, wie lange der Schnee in seiner weißen Schönheit liegen bleibt. 
Wir lassen uns -wie immer- überraschen!

Donnerstag, 29. Januar 2015

Ein Morgenspaziergang im Randowtal

Nach den letzten dunkel-grauen und verschnupften Tagen schien heute Vormittag auf einmal hell die Sonne über die Randowtaler Felder. Also schnell in die Gummistiefel, die Kamera gepackt und raus mit den Hunden ins Tal - man weiß nie, wie lange das Wetter so hält.

Das Randowtal

Der Weg direkt ins Tal

Inzwischen habe ich eine große Wertschätzung für Gummistiefel entwickelt...


Für ganze 10 Minuten hielt unsere einträchtige Freude in Gemeinsamkeit an, dann hatte Windspiel Karly genug uckermärkischen Wind gespürt und wenn es nach ihm gegangen wäre, dann hätte der kleine Ausflug so vollends genügt. Da er mit dieser Einstellung allerdings alleine stand und auch sonst im Hundetrio keine maßgebende Stimme inne hat, tänzelte er weiter skeptisch jede Pfütze beäugend durch den Randowtaler Schlamm und ließ sich sogar ab und an zu einem kleinen Sprint hinreißen. Einer dieser Ausdrücke spielerischer Lebensfreude endete jedoch unbeabsichtigt in einem der vielen kleinen Kanäle des Randowtals - und somit ist Karly dann doch noch nass geworden.

Dreimal Hund - dreimal Freude

Karlchen stellt sich dem feuchten Untergrund

Nun wäre es doch schön, wenn er sich auf Maya setzen könnte.


Mitfühlende Hundeliebhaber werden sich nun vielleicht fragen, warum ich um Gotteswillen ein so kleines und sensibles Hündchen in so eine raue und den Jahreszeiten voll ausgesetzte Gegend gesetzt habe. Eine passende Antwort darauf muss ich mir erst noch gründlicher überlegen, aber ich denke, sie würde in etwa so lauten:

Ich genieße in vollen Zügen mein uckermärkisches Leben in all seiner Rustikalität, seiner Bodenständigkeit und Naturverbundenheit, doch es bleibt auch immer ein Stück Sehnsucht nach dem Zarten, Zerbrechlichen, Feinen, Empfindsamen in mir, das wohl noch etwas Zeit braucht, um hierhin zu mir zu finden. Karlchens koboldhaftes Wesen gibt mir schon ein kleines Stück davon - ebenso wie auch mein neu entdecktes Interesse an Rosen. Obwohl ich keineswegs mit einem grünen Daumen geboren wurde, starte ich tapfer jeden Frühling einen neuen Versuch, meinen Garten etwas näher an den uckermärkischen Standard heranzuarbeiten.
Und ich stehe mit dieser Wertschätzung für Rosen und Windspiele auch nicht ganz allein in der weiten Uckermark. Im Gegenteil, nicht nur erfreut sich der an Rosen reiche Internetgarten Hetzdorf wachsender Beliebtheit, sondern ganz in der Nähe befindet sich auch der Zwinger einer sehr engagierten und erfolgreichen Züchterin für FCI-konforme italienische Windspiele und traumhaft schöne Barsois - Dörte Siegel.

Weitsicht trotz Nebel

Wenn die Sonne so tief steht, kann sie auch mal blenden ;-)

Maya fühlt sich ganz deutlich pudelwohl!

Die bereits von mir gepflanzten Rosen führen derzeit in der Tat kein leichtes Leben, Karlchens Welt wird sich hoffentlich dagegen mit dem Einzug unserer Amerikanerin India zum Positiven hin wenden, sobald die beschwerlichen Wanderungen durch das Randowtal von Wettrennen und Springrekorden in unserem Garten oder auch auf dem freien Feld abgelöst werden. Wir werden sehen, ob die gelebte Realität meinen Fantasien standhalten kann.


Hinten am Horizont das Dorf Schmölln

Die Schwarzen Berge

Ein fast obligatorisches Bild von "meinem" Kastanienbaum

Karlchen hat sich jedenfalls heute Vormittag im Haus relativ schnell aufgewärmt und war wieder fit für eine kurze Fahrt nach Angermünde. Angermünde ist natürlich einen eigenen Blogeintrag wert - und den soll diese uckermärkische Perle auch bald bekommen.

Karly mobil

Mittwoch, 28. Januar 2015

Einzelgänger sind nicht immer allein

Wie schon erwähnt, ist die Uckermark sehr dünn besiedelt und eignet sich somit hervorragend als Rückzugsort für Introvertierte, Deadline geplagte Schreibtischtäter oder die Einsamkeit suchende Wanderer oder Neusingles.






Besonders in dieser recht stillen und dunklen Jahreszeit erschlafft künstlicher Aktionismus recht schnell oder mündet umgehend in eine zur Ruhe mahnende Erkältung. Zumindest trifft dies auf uns zu - und wir, das sind vier Menschen, vier Katzen und bald vier Hunde. Klingt nicht mehr ganz so einzelgängerisch wie im Untertitel? Ist es auch nicht. Zu Paaren sortiert, wirkt es in meinen Ohren sogar recht übersichtlich: zwei Erwachsene, zwei Kinder, zwei freigängige Hauskatzen, zwei orientalische Stubentiger, zwei mittelgroße Mischlingshündinnen und zwei Windspielchen. Okay, jetzt, wo ich es aufgeschrieben habe, sind es doch eine ganze Menge!


Orientalisch Kurzhaar Anton und Thai Peter verstehen sich prima


Unsere beiden Mischlingshündinnen Nina und Maya

Nina als Familienhund verbringt viel Zeit mit den Kindern

Unsere Seniorin Tonka ist bald 20 Jahre alt

Fakt ist, dass zumindest Windspiele alles andere sind als Einzelgänger. Spielchen suchen den Körperkontakt - immer, zu jeder Zeit und ständig. Wer das nicht mag, darf sich kein Windspiel anschaffen. Dabei steht als wärmende und Geborgenheit spendende Unterlage der Lieblingsmensch an erster Stelle, aber auch andere bekannte Menschen und Tiere werden gewärmt, gepflegt, getröstet, bekuschelt und bespielt.






Karlchen könnte man mit Fug und Recht auch als Honig oder Sozialkitt in unserer Menschen- und Tiergemeinschaft bezeichnen. Als Windspiel steht er sowieso mehr zwischen der Hunde- und Katzenwelt, wie andere Windspielhalter gerne bestätigen werden. 
Windhunde sind schon eine Kategorie für sich, selbst im Islam, wo Hunde als "unrein" gelten, wird für Windhunde eine Ausnahme gemacht. Sie sind so wertvoll, dass sie eher verschenkt als verkauft werden, dürfen mit ins Haus und aufs Sofa, begleiten ihren Menschen überall hin. Dementsprechend unhündisch ist auch ihr Wesen: sie haben kaum Eigengeruch, sind extrem reinlich -eben wie Katzen-, liegen gern erhöht und in der Sonne, meiden Feuchtigkeit, Kälte, Lärm und Schmutz. Windhunde kann man erziehen und lenken, allerdings nicht mit Kommandoton und Strenge. Durch die jahrtausendlange Zucht zur selbständigen Jagd sind sie stolz und unabhängig geworden. Das strahlen sie auch aus.



Ein Windspiel als Windhundkonzentrat ist noch eine Spur sensibler, zarter, emotionaler und auch etwas anspruchsvoller in der Haltung. Der bereits erwähnte AKC (American Kennel Club) klassifiziert sie als Begleithunde - in Deutschland unterliegen sie dem DWZRV und sind somit vollwertige Windhunde. Windspiele sind beim Windhundrennen anzutreffen, bei modernen Sportarten wie z.B. Agility, werden aber auch gern als reine Gesellschaftshunde gehalten - wie z.B. von Friedrich dem Großen, der eine große Liebe zu diesen kleinen Kobolden hegte (Link zu Amazon.).

Unser Karlchen ist als typischer Windspielvertreter: meistens unter der Decke oder in der Sonne anzutreffen und schnell ermüdet bei Wanderungen bei zu heißem, zu kalten oder zu feuchtem Wetter. Doch das Rennen, Springen und Flitzen liegt ihm im Blut. Mit einer unglaublichen Beschleunigung und Wendigkeit springt, rast und hetzt Karly über die Wiesen, dass man kaum glauben mag, das dies derselbe Hund sein soll, der eben noch langsam und gemütlich neben einem her tänzelte.

Typisch Windhund: von Null...

... auf Hundert

Genau aus dem Grund haben wir uns für Indys Einzug entschieden. Windhunde brauchen Windhunde wie Katzen andere Katzen brauchen und Menschen andere Menschen. Kein "normaler" Hund wird jemals windspielgerecht mit einem Windspiel toben können, so wie auch nur Katzen wissen, wie man artgerecht mit einer Katze spielt. Mir macht es täglich unglaubliche Freude, der Interaktion unserer Tiere zuzuschauen und dafür ist dieser Blog auch gedacht: meine Freude mit anderen zu teilen.




Insofern sind die Inhalte dieses Blog privater Natur, allerdings werden hier ganz wenige persönliche Themen besprochen. Wer mit mir privat in Verbindung treten möchte, kann das am besten über Facebook tun, beruflich bin ich über meine Webseite zu erreichen.   

Wann bin ich also Einzelgängerin, wenn doch mein Zuhause so voller Leben steckt? Auf meinen langen, einsamen Spaziergängen durch die Uckermark natürlich! Eine meiner Lieblingsbeschäftigungen ist es, mit meiner Hündin Maya stundenlang durch die Natur zu streifen und vielleicht auch ein paar Fotos zu machen, die ich natürlich gerne hier poste.