Donnerstag, 30. April 2015

"Nach Sonnenschein folgt Regen..."



"... und füllt dem Vieh die Mägen." Aufmerksame Blogleser werden erraten, dass es sich bei diesem Spruch um eine weitere Randowtaler Weisheit handelt. Und wie wahr, wie wahr! Nach einigen Tagen von wolkigem Himmel, Regenschauern und etwas kühleren Temperaturen, abgelöst von kürzeren Perioden mit Sonnenschein, grünt das Gras grüner und blühen die Blüten an den Obstbäumen weißer. Auch der Raps färbt die umliegenden Felder bereits vorsichtig gelb und die uckermärkischen Gärten zeigen eine fröhlich stimmende, farbenfrohe Tulpenpracht. Der uckermärkische Raps ist in den letzten Jahren aufgrund seiner hohen Glyphosatbelastung vielfach in der Presse gewesen, wir sind froh, dass sich in diesem Jahr einiges in Richtung Umweltschutz zu bewegen scheint.






Als wären sie wechselwarm oder kleine batteriebetriebene Spielzeuge, die einer Neuaufladung bedürfen, verbringen die Windspiele während der Regenzeit wieder viel Zeit am Fenster. Mit einem leicht vorwurfsvollen Blick zwar, aber doch genauso, wie sie es während ihrer Winterschlafphase taten. Nichts erinnert mehr an die beiden vitalen Rennspiele, deren Anblick uns soviel Unterhaltung geboten hatte. 






Diese ruhige Zeit haben haben wir genutzt, um unseren jüngsten Kater Anton kastrieren zu lassen. Obwohl wir viel Vertrauen in unsere Tierarztpraxis in Prenzlau haben, war ich doch etwas aufgeregt, denn Anton ist der zierlichste und auch der empfindsamste von unseren tierischen Mitbewohnern. Doch meine Sorge war völlig unberechtigt, innerhalb weniger Stunden befand sich Anton wieder im Kreise seiner Fellfamilie. Keiner störte sich an seinem eigenartigen Geruch und er war sofort integriert und tobte und kuschelte bereits am Abend mit den Amerikanern und seinem Katzenfreund Peter.


Gleich nach der Ankunft wurde Anton herzlich empfangen.
Nach wenigen Stunden Erholung war Anton wieder fit.

Der Transportweidenkorb wird von allen Tieren gemocht.

Somit neigt sich nun auch der April dem Ende zu. Traditionell finden nun überall in der Uckermark viele musikalische und sportliche Maifeieraktivitäten statt. Da die Kinder schulfrei haben und auch planen, sich mit ihren Altersgenossen im sportlichen Wettkampf zu messen, werden wir die nächsten Tage einige dieser Veranstaltungen besuchen. Hoffen wir, dass sie nicht ins Wasser fallen!



Sonntag, 26. April 2015

Winterschlaf ade!



Und wieder waren die letzten Tage bis auf kurze Pausen voller Sonnenschein und sommerlicher Temperaturen. Vorbei ist damit die Zeit, da meine Windspiele sich tagelang auf der sonnigen Fensterbank die Welt von Innen ansahen. Nun verbringen sie Stunde um Stunde an der frischen Luft und legen eine Energie an den Tag, die ich ihnen in dem Maße nie zugetraut hätte. Sie rennen, zergeln, balgen sich ohne Unterlass und sind ein wahrer Augenschmaus für alle Ästheten. In meiner Begeisterung für diese kleinen Kobolde habe ich mir natürlich auch überlegt, wem ich die Haltung dieser kleinen Wesen empfehlen könnte, aber so anpassungsfähig sie auch sind, fallen mir nur wenige Fälle ein. Gerade jetzt im Frühling, wo ich beobachten kann, zu welcher Lebensfreude, Sportlichkeit, Anmut und Eleganz ein Windspiel fähig ist, wenn es Wärme, einen Spielgefährten und viel Platz zur Verfügung hat, da fällt mir nur Italien ein. Am besten auf dem Lande - es bleiben italienische Windspiele in meiner Vorstellung also, trotz ihrer amerikanischen Abstammung.


Wild - aber koordiniert, so toben Windspiele.

Nina und Maya schauen zu, spielen nur selten mal mit.

Dieser quietschende Gummihund beschäftigt die beiden für Tage.

Selbst auf unseren Touren durch das Randowtal legen meine beiden Amerikaner immer mal eine längere Spielpause ein - es sind nicht umsonst Windspiele. Das Tal ist momentan voll von Wild und Vögeln, aber auch voller Zecken. Diese sind für Windspiele zum Glück weniger ein Problem, aber Nina und Maya müssen aufgrund ihres längeren Fells und ihrer Freude am hohen Gras und Schilf öfters von den kleinen Blutsaugern befreit werden. Die Bernsteinketten sehen natürlich wunderschön am Hund aus, Kokosöl hilft aber wesentlich besser gegen diese Plagen. Wir greifen auch schon mal zur chemischen Lösung: der "3-Monatspille", mit der wir im letzten Jahr sehr gute Erfahrungen gemacht haben.








Ansonsten ist es im Randowtal zur Zeit so schön, dass wir nur wenig Lust auf größere Wanderungen außerhalb unseres kleinen Reiches haben. Zwar mussten wir uns damit anfreunden, dass auf unserem "Hausteich" nun nicht mehr das Schwanenpaar brütet, das uns in den letzten Jahren so viel Freude bereitet hatte, sondern ein größerer Raubvogel sein Nest gebaut hat, aber dafür sind nun auch endlich die Störche im nördlichen Teil der Uckermark angekommen. Wunderschön ist es, diesen Flugkünstlern beim Einkreisen in die Thermik oder beim Ausnutzen der bodennahen Warmluft zu zusehen. Ich bin sehr dankbar, diese Tiere von nun ab täglich beobachten zu dürfen.







Während die Kinder jetzt auch einen Großteil der ihnen zugestandenen "Computerzeit" lieber im Freien verbringen, habe ich meine Freude an der Gartenarbeit entdeckt. Zur geselligen Unterhaltung meiner uckermärkischen Nachbarn beitragend, wagte ich mich voller Elan an die Gestaltung unseres Vorgartens und konnte zufrieden feststellen, dass unsere Rosen den nötigen Überlebenswillen an den Tag legen, den sie unter meiner Pflege und Obhut auch brauchen. Da nun selbst meine Lieblingskastanie ihre Blätter austreibt, werde ich mich auch bald an einige Neupflanzungen wagen. Ich freue mich darauf!



Mittwoch, 22. April 2015

Welpenspielstunde in der Uckermark

Buchenwald bei Warnitz

Die letzten Tage haben uns einen großzügigen Vorgeschmack auf den Sommer gewährt und jetzt wollen wir natürlich mehr davon! Meine Amerikaner sind von ihrer Spielwiese hinter unserem Haus restlos begeistert und verbringen erstaunlich viel Zeit damit, zu toben, das von mir versteckte Futter zu suchen und die Katzen dabei zu beobachten, wie diese jeden einzelnen Baum im Garten erklimmen müssen. Nur auf ihr Vormittagsschläfchen verzichten beide noch immer recht ungern - es sei ihnen gegönnt!







Heute allerdings besuchten wir einen anderen schönen uckermärkischen Garten - und zwar den der Barsoi- und Windspielzüchterin Dörte Siegel, denn die Windspielwelpen ihres letzten Wurfes haben nicht nur meine Lieblingsfarben von Dunkelisabell zu Seal, sondern sind nun in genau dem richtigen Alter, um bewundert und fotografiert zu werden. Der Klingsor's Zwinger liegt im malerisch gelegenen Dorf Melzow, nicht weit entfernt vom Urlaubsgebiet um den Ort Warnitz herum. Hier findet sich alles, was das Herz eines Uckermarkliebhabers begehrt: wunderbare grüne Wälder, stille und saubere Seen, sanfte grüne Hügel, Wild, Gasthöfe und Wanderwege. Vom Randowtal aus ist diese Idylle innerhalb weniger Minuten entweder über die A11 oder über die Landstraße durch Gramzow hindurch zu erreichen.





 
Weder meine Amerikaner noch ich wurden enttäuscht: die Welpen sind wirklich so zauberhaft wie die Fotos einen glauben lassen und die Zeit verging wie im Fluge. Wie es der Zufall wollte, hatte ich auch Gelegenheit, Dörtes Fotografen und hauptberuflichen Sänger Gerd Christian bei der Arbeit zu beobachten. Bei frischer Erdbeertorte mit Schlagsahne zum Kaffee verriet mir Christian, der seit seinem 12. Lebensjahr Hunde fotografiert, einige Kniffe aus seinem Handwerk, worüber ich mich natürlich wahnsinnig gefreut habe.








India und Karly werden bestimmt noch öfters Gelegenheit haben, mit Dörtes Stammhunden zu toben, der kleine Nachwuchs allerdings wird innerhalb weniger Wochen die Uckermark für ihre neuen Familien verlassen und uns bleiben somit nur die Erinnerungen an diesen wunderbaren Tag mit den kleinen Kobolden.


Diese drei süßen Jungs sind noch zu haben.

Freitag, 17. April 2015

Vor Saisonbeginn in der Uckermark



So langsam beginnt die Zeit, in der sich die Uckermark zu einem kleinen bescheidenen Paradies verwandelt und mehr und mehr Besucher und Saisonuckermärker anzieht. Die Obstbäume an den Feldwegen blühen romantisch in den blauen Himmel, kleine bunte Blümchen bilden auflockernde Farbtupfer auf dem grellgrünen oder braunen Hintergrund der Wiesen und Felder. Wenn dann einzelgängerische Uckermärkerinnen mit ihren vier Hunden die gewohnten Morgenspaziergänge unternehmen, so kann es nun durchaus passieren, dass sie allenthalben ihre Hunde anleinen müssen, da gesundheitsbewusste Jogger ihre Wege kreuzen. Um so richtig allein zu sein, müsste man nun schon früher aufstehen und die Windspiele zumindest überreden können, die Morgenrunde vor die Frühstückszeit der Kinder zu legen. Wer Windspielen dient, der weiß um das Fantastische dieses Vorhabens. 

Frühlingsstrecke bei Trampe:







Frühlingsstrecke bei Grimme:







Frühlingsstrecke bei Wendtshof:


 

 



Es gibt noch einen weiteren guten Grund, die Hunde nun öfters anzuleinen: die Brut- und Setzzeit der Tiere. Alle meine Hunde sind, so verschieden sie auch scheinen mögen, Jagdhunde und in ihrer Leidenschaft fürs Jagen durchaus vereint. Glücklicherweise ist der Jagdtrieb bei Karlchen kaum ausgeprägt, so dass er sich weder weit entfernt noch in einen nicht erreichbaren Rauschzustand verfällt. Leider ist das Jagen bei Maya dafür eine echte Schwäche. Trotzdem - oder vielleicht sogar weil ich eben aus diesem Grund ständig nach Wild Ausschau halten muss - sind mir in den letzten Tagen einige Tiere vor die Linse gekommen, die wahrscheinlich auch die besagten Uckermarkbesucher derzeit sehr erfreuen werden.








Der ansässige Uckermärker hingegen bestellt die Felder und bereitet die Gartenbeete für die Aussaat vor. Meine Nachbarin hat mir verraten: "Gepflanzt wird nicht vor dem 15. Mai, denn der Nachtfrost kommt garantiert noch einmal." Und natürlich werde ich ihren Rat beherzigen.