Donnerstag, 29. Oktober 2015

Herbstwetter in Gold




Momentan werden wir auch weiterhin von dem bilderbuchartigsten Herbst verzaubert, an den ich mich erinnern kann. Das Licht scheint schmeichelnd auf das gelb-orangefarbene Laub der Buchen- und Ahornbäume und taucht die Welt in ein warmes, fröhlich stimmendes Gold.






Natürlich nutzen auch viele Nichtuckermärker diese Ferienwoche, um an der herbstlichen Pracht unserer Wälder und Seen teilzuhaben. Man bemerkt sie kaum in der uckermärkischen Weite und Stille, bis man sich in der Naturtherme Templin wiederfindet. Bin ich sonst eher besorgt ob der enormen Energieverschwendung für so ein großes Bad bei den wenigen Besuchern, glaubte ich mich nun zusammen mit Herrn Müller-Lüdenscheid und Dr. Klöbner zusammen in einer Badewanne zu befinden. Allen Thermefans, die die Möglichkeit haben, die Vorzüge dieses Bads auch außerhalb der "Saison" zu nutzen, empfehle ich also noch ein paar Tage abzuwarten, bis das Ferienende die gesundheitsbewussten Touristen wieder ins traute Heim gerufen hat. Glücklicherweise bietet gerade die Templiner Gegend eine wunderschöne Natur mit vielen Gaststätten und nichtkulinarischen Orten zum Entspannen und Verweilen.







Wer mich ein wenig länger kennt, der weiß, dass ich meine Leidenschaft für Hunde erst seit wenigen Jahren auslebe, während Katzen mich schon seit meiner Jugend begleiten. Besonders angetan hat es mir die Eleganz und das hundeähnliche Wesen der Orientalen, aber auch unsere liebevolle, ausgeglichene und extrem friedfertige Main Coon Astrid hat unser aller Herz sehr schnell erobert. Nun verhält es sich bei Rassekatzen ganz ähnlich wie bei Windhunden so, dass man sich oft erst "einsehen" muss, um dann absolut süchtig nach dieser Art von Charme und Ästhetik zu werden. Eine neue Katzenrasse, die über ein hundeähnliches Wesen und über ein wolfartiges Aussehen verfügt, ist die Lukoi Katze. Ich werde die Entwicklung auf jeden Fall im Auge behalten, die kleinen rauhaarigen Tiger sind doch zu niedlich!





Es soll übrigens eine Korrelation zwischen Fellfarbe und dem Grad an Aggressivität von Katzen geben. Diese These entspricht zumindest unseren eigenen Erfahrungen. Vielleicht euren eigenen  ja auch?


Montag, 26. Oktober 2015

Scheiden tut weh und die Zeit heilt alle Wunden


“In the end these things matter most: How well did you love? How fully did you live? How deeply did you let go?” 

Dies ist ausnahmsweise keine Redensart aus dem Randowtal, sondern ein recht bekanntes Zitat, zwar nicht von Buddha, aber immerhin von Jack Kornfield, den ich auch sehr mag. Noch besser gefällt es mir, wenn der letzte Satz lautet: "How well did you let go of the things not meant for you?"  - denn, für mich gehört genau diese Kunst in Ehrlichkeit unterscheiden zu können, was für einen selbst bestimmt ist, zu den besten Fertigkeiten eines weisen Lebens.





Ziehen gelassen haben wir am Wochenende unseren kleinen Sonnenschein, Sunny, die jetzt Kayla gerufen wird und seit dem heutigen Morgen bereits in ihrem neuen Zuhause, in der fernen Schweiz lebt. Ich bin mir ganz sicher, dass sie ein ganz wunderbares und von Liebe gefülltes Hundeleben erwartet, aber der Abschied tat schon weh. Irgendetwas in uns scheint darauf zu bestehen, dass wir, wenn wir jemanden von ganzem Herzen lieben, glauben, nur wir könnten dieses Herz, diese Seele, so lieben, wie es dieses wunderschöne Wesen braucht. Das kann so natürlich nicht stimmen, sagt unser kühle Menschenverstand, denn warum sollte die eine Art zu lieben passender oder reicher sein als eine andere? Und doch bleibt ein kleines Stimmchen in meinem Hinterkopf, das sich innig wünscht, die jetzigen Eltern der süßen Welpenmaus könnten sie kurz mit meinen Augen sehen.





Unser gegenseitiges Kennenlernen am Wochenende war jedenfalls für mich sehr schön und auch der gemeinsame Spaziergang durch das Randowtal hat mir sehr viel Freude bereitet. Erstaunlicherweise benahm sich Sunny -ganz im Gegensatz zu Hope- sehr zurückhaltend und auch Nelly war etwas eingeschüchtert. So scheinen sie doch auch die Abschiedsstimmung der Menschen gespürt zu haben. 






Das Wetter hat glücklicherweise erst einmal einen Schlussstrich unter die verregnete erste Ferienwoche gezogen und erfreut uns alle mit einem wunderbaren goldenen Sonnenschein und zwar kalter, aber frischer und angenehm nach Wiese duftender Luft. India bemüht sich aus Kräften und mit vollem Einsatz, die von ihr empfundene Welpenleerstelle zu füllen und tobt und spielt mit Hope, dass es dieser sogar manchmal etwas zu viel wird und sie sich zurückziehen muss. So entschlossen sich beide Mädchen beispielsweise, den Vormittag im Garten rennend und einander jagend zu verbringen, anstatt Maya, Nelly, Karlchen und mich auf eine Runde durch unser Randowtal zu begleiten.






Der Mensch hat meiner Meinung nach kein gutes Empfinden für das Phänomen Zeit. Von einem Verfließen der Zeit zu sprechen, ist deshalb vielleicht viel weniger passend, als es für uns Uhrmenschen scheint. Besser wäre es möglicherweise zu sagen: Die Dinge verändern sich so unglaublich schnell. Denn das tun sie und es kostet all unser Bewusstsein, dabei aufmerksam zu bleiben und nicht in unsere Gedankenwelt "auszusteigen". Zwar sind Veränderung und Geschwindigkeit in unserem physikalischen Modell von der Welt ebenfalls von der Zeit abhängig, doch können wir sie im Gegensatz zu dieser direkt beobachten. Für uns bleibt die Zeit ein nur indirekt wahrnehmbares, von unseren inneren Zuständen abhängiges Paradoxon.




Was wir Menschen jedoch besitzen, das ist ein gewisses Zeitgefühl. Damit meinen wir meistens, dass wir ungefähr (und manchmal sogar recht genau) sagen können, wieviel Minuten vergangen sind oder wie spät es ist. Diese innere Uhr des Menschen funktioniert umso besser, je dichter er sich an der Natur befindet. Menschen, denen etwa durch Isolation dieses Gefühl genommen wird, finden sich schnell in anderen inneren Raum-Zeit-Gefügen wieder. Im Gegensatz dazu kann diese innere Uhr aber auch wieder neu geeicht werden, etwas durch einen einwöchigen Zelturlaub an einem nicht allzu belebten Ort.





An diesem Wochenende haben wir nun die technischen Uhren um eine Stunde zurückgestellt. Als logische Folge haben wir in unserem Haushalt nun eine Stunde morgens mehr Zeit, bevor die Kinder in die Schule müssen und gehen diese Kinder genau eine Stunde früher als gewohnt zu Bett. Für die Tiere fühlt sich das eher so an, dass sie nun verspätet gefüttert werden. Sonst gibt es kaum Auswirkungen, es bleibt eine kleine Spielerei des menschlichen Einfallsreichtums, schließlich sind Uhrzeiten rein menschliche Absprachen und haben wesentlich mehr mit gesellschaftlicher Organisation, Zusammenarbeit und Höflichkeit, als mit dem natürlichen Leben zu tun. Die Übereinkunft, dass wir uns alle gemeinsam beispielsweise am Gregorianischen Kalender orientieren, erlaubt es mir, euch allen eine sonnige und erlebnisreiche letzte Oktoberwoche zu wünschen!


Donnerstag, 22. Oktober 2015

Eine Liebeserklärung an die Uckermark und meine Hunde



Wenn schon ein grauer, verregneter Herbst, dann doch lieber in der Uckermark, so lautet unser Resümee für die ersten Ferientage. Zwar locken die Städte dieser Welt natürlich mit Museen, Konzerten und heimelig anmutenden Cafes, doch der städtische Schlamm wirkt auf uns Uckermärker schlammiger, der Regen nasser und die Kälte noch kälter als auch so schon. 






So angenehm das Hundeleben in den Berliner Randbezirken beispielsweise sein kann, so hundeunfreundlich ist dann doch das Leben in der Innenstadt. Das hat nicht nur mit dem Gedränge der Menschen in den öffentlichen Verkehrsmitteln und Einrichtungen zu tun, sondern auch damit, dass man bereits vor einer Unternehmung genau überlegen muss, wo man seine Hunde unterbringt, sollte man etwa durch Plakate oder das Schaufensterangebot Interesse an kulturellen oder kulinarischen Objekten entwickeln. Für Spontanität bleibt da nicht viel Raum.







Zudem ist mir ein weiteres Phänomen aufgefallen: in der uckermärkischen Weite erscheint mir meine Anzahl an Hunden völlig unauffällig. So, wie wir als mehr oder weniger geordnete Gruppe leinenlos durch die Landschaft ziehen, können es gar nicht zu viele sein, um miteinander unsere Lebensfreude zu teilen. Sobald wir uns allerdings in einer städtischen Umgebung wiederfinden, kommen die so häufig in der Hundeliteratur angesprochenen Probleme auf: "Wie führe ich die Hunde an der Leine, ohne allzu viele Knoten zu riskieren?", "Schränke ich meinen nach Freunden suchenden Hund A in seiner Persönlichkeitsentfaltung zu stark ein, wenn ich mich mit meiner Hundegruppe nicht der entgegenkommenden Hundegruppe widme, weil mein Hund B durch Zähnefletschen signalisiert, dass er einem Hund aus der anderen Gruppe gern ins Ohr beißen würde?" Im Prinzip verhält es sich so ähnlich wie mit meinem Auto, das umso größer zu werden scheint, je weiter ich mich der Innenstadt nähere.









Kein Wunder also, dass die meisten Hundebegegnungen im städtischen Umfeld vom Ausstausch von Beschwichtigungssignalen zwischen den jeweiligen Hundeführern geprägt sind. Trotzdem überkommt mich bei so manchem ängstlich-ärgerlichen Gesichtsausdruck entgegenkommender Hundehalter eine Welle des Mitgefühls und ich würde ihnen am liebsten sagen: "Kommt doch mit in die Uckermark! Da gibt es sogar einen Stammtisch für Zugereiste und Rückkehrer und am Kuhzer See beispielsweise kann man herrlich mit seinen Hunden spazieren gehen!"








Nun, da die Welpen bereits 12 Wochen alt sind und sozusagen "aus dem Gröbsten" heraus, erfreuen wir uns einer neuen Rudelharmonie. Ich kann unmöglich genau beschreiben, was es ist, das mich das Leben mit meinen Hunden in vollen Zügen genießen lässt, aber jeder einzelne Gesichtsausdruck auf ihren lieben Gesichtern bringt mein Herz zum Schmelzen und meine Lippen zum Lächeln. Da das derzeitige Wetter eh zu der einen oder anderen Lesestunde einlädt, möchte ich gleich das Buch Sieben Hunde und ihre Patienten empfehlen, das die besondere Wirkung, die Hundebeziehungen auf Menschenseelen haben, sehr gut darstellt. 



 




Ansonsten werde ich wohl einfach weiter meine Fotos mit euch teilen, in der Hoffnung, dass sie etwas von der Schönheit der uckermärkischen Landschaft und der Hundeseelen einfangen können. Selbst, wenn sie bei den gegenwärtigen Lichtverhältnissen etwas unscharf sind.